Immer mehr KMU arbeiten mit KI-Assistenten wie Claude: E-Mails beantworten, Website-Inhalte pflegen, Rechnungen vorbereiten. Damit das funktioniert, braucht die KI Zugriff auf Ihre Tools. Und genau da passiert in der Praxis oft etwas Gefährliches: API-Schlüssel und Passwörter landen in einem Google-Drive-Dokument, in einer Notiz oder werden direkt in den Chat kopiert.
Das Problem: Zugangsdaten, die überall herumliegen
Was Claude lesen kann, kann Claude auch wiedergeben. Liegt ein API-Schlüssel in einem Dokument, auf das die KI über einen Connector zugreift, ist er Teil jeder Unterhaltung, in der dieses Dokument auftaucht. Dazu kommen geteilte Ordner, Synchronisation auf mehrere Geräte und Chatverläufe, die gespeichert bleiben. Ein einziger Schlüssel ist so schnell an fünf Orten – und keiner davon ist dafür gemacht, Geheimnisse zu schützen.
Das Grundprinzip: nutzen, ohne zu sehen
Die wichtigste Regel ist einfach: Claude soll Zugangsdaten verwenden können, ohne sie je zu sehen. Schlüssel werden erst im Moment des Gebrauchs abgerufen und landen nie in Prompts, Dokumenten oder dem Gedächtnis der KI.
Die Cloud-Lösung: Cloudflare Workers
Unsere bevorzugte Einrichtung läuft komplett in der Cloud:
- Die Zugangsdaten werden als verschlüsselte Secrets in einem Cloudflare Worker hinterlegt.
- Claude ruft nur den Worker auf – nicht das eigentliche Tool.
- Der Worker setzt den Schlüssel ein und spricht mit der API. Claude sieht nur das Ergebnis.
Der grosse Vorteil: Das funktioniert in Claude Chat, in Cowork und in automatisierten Routinen – auch unterwegs auf dem iPad oder dem Smartphone. Kein Laptop nötig, keine Zugangsdaten auf irgendeinem Gerät.
Die Rückfallebene: ein Passwort-Tresor auf dem Computer
Nicht jedes Tool lässt sich über einen Worker anbinden. Für diese Fälle eignet sich ein lokaler Passwort-Tresor:
- 1Password mit Kommandozeilen-Tool und Service-Account: Claude Code oder Cowork holt den Schlüssel zur Laufzeit, ohne Zugriff auf den ganzen Tresor.
- Apple Schlüsselbund (Keychain) auf dem Mac: Zugangsdaten liegen sicher in Ihrem iCloud-Konto und werden nur bei Bedarf abgerufen.
Wichtig dabei: Lassen Sie Claude den Wert nie ausgeben. Sobald ein Schlüssel im Chat angezeigt wird, ist er wieder Teil des Verlaufs.
Do’s und Don’ts
- Jeden Schlüssel, der je in einem Chat aufgetaucht ist, sofort erneuern.
- Pro Tool einen eigenen Schlüssel mit nur den nötigsten Berechtigungen.
- Verbundene Ablagen nach Dateien mit «Passwort» oder «API-Key» durchsuchen und aufräumen.
- Keine Zugangsdaten in Notizen, Textdateien oder Tabellen.
Fazit
KI produktiv einzusetzen und Zugangsdaten sauber zu schützen, schliesst sich nicht aus – es braucht nur einmal die richtige Einrichtung. Wenn Ihnen das zu technisch ist: Marketing March richtet diese Umgebung gerne für Ihr Unternehmen ein, damit Sie KI sicher und auch unterwegs nutzen können.