Apple Business & Bing Places einrichten: 30-Min-Tutorial für KMU

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Stell Dir folgendes Szenario vor: Jemand sitzt in Pfäffikon, holt sein iPhone heraus und fragt Siri «Wo finde ich einen guten Coiffeur in der Nähe?» — die Antwort kommt nicht von Google. Sie kommt aus Apple Maps.

Eine andere Szene: Jemand öffnet ChatGPT und tippt «Empfiehl mir einen Schreiner in Lachen für eine massgefertigte Küche.» — auch hier keine Google-Daten. ChatGPT durchsucht Bing.

Das sind zwei der grössten Discovery-Kanäle, die Du als KMU heute hast — und beide werden von der grossen Mehrheit lokaler Geschäfte komplett ignoriert. Der Aufwand, um in beiden präsent zu sein: rund 30 Minuten, zweimal kostenlos. Die Einträge bleiben dann jahrelang stabil und brauchen kaum Pflege.

Dieser Post ist ein vollständiges Tutorial. Wenn Du Dir 30 Minuten Zeit nimmst und Schritt für Schritt mitgehst, hast Du am Ende zwei zusätzliche Sichtbarkeitskanäle, an die Deine Mitbewerber wahrscheinlich noch nie gedacht haben.

Warum das 2026 plötzlich wichtig wird

Bis vor zwei Jahren konnte man «Bing und Apple sind klein, ich konzentriere mich auf Google» als Strategie verteidigen. Diese Logik ist 2026 nicht mehr haltbar — aus drei Gründen:

1. AI-Assistenten nutzen Bing, nicht Google. ChatGPT Search, Microsoft Copilot, Perplexity (in vielen Konfigurationen), DuckDuckGo und Yahoo greifen alle auf den Bing-Index zu, wenn sie aktuelle Web- und Standortdaten brauchen. Wenn Dein Bing-Eintrag nicht existiert oder veraltet ist, geben diese Assistenten Deinen Kunden falsche Antworten — oder empfehlen einen Mitbewerber.

2. Apple Maps wächst — gerade in der Schweiz. iPhones haben in der Schweiz einen überdurchschnittlich hohen Marktanteil. Jede Suche in Apple Maps, jede Spotlight-Suche, jede Siri-Anfrage und jedes verlinkte Geschäft in einer iMessage greift auf Apple Business zurück. Laut Apple selbst bekommen beanspruchte Standorte rund 30 % mehr Aufrufe als nicht beanspruchte.

3. Die Konkurrenz ist noch klein. Genau das macht es zu einem Quick Win. Wer heute beide Profile sauber aufsetzt, ist in lokalen AI-Antworten und in Apple Maps oft praktisch konkurrenzlos sichtbar — nicht weil das Profil so beeindruckend ist, sondern weil die Mitbewerber gar nicht erst auftauchen.

Teil 1: Apple Business einrichten (~15 Minuten)

Hinweis: Apple hat im April 2026 das frühere «Apple Business Connect» mit Apple Business Manager und Apple Business Essentials zu einer einheitlichen Plattform namens Apple Business zusammengeführt. Die URL lautet jetzt business.apple.com. Wenn Du noch ältere Anleitungen findest, die auf businessconnect.apple.com verweisen — ignorieren, wirst Du dort sowieso umgeleitet.

Was Du brauchst

  • Eine Apple ID. Eine persönliche reicht für KMU-Zwecke — Du brauchst keine «Managed Apple Account», solange Du nur Standort- und Markenangaben verwalten willst.
  • Dein Geschäftstelefon in Reichweite. Apple ruft Dich für die Verifikation typischerweise direkt an.
  • Geschäftsdaten: genaue Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Website-URL, ein gutes Logo (mind. 1080×1080 px, transparenter Hintergrund), zwei bis fünf Fotos vom Geschäft.

Schritt 1 — Auf business.apple.com anmelden

Gehe auf business.apple.com und klicke auf Sign In. Melde Dich mit Deiner Apple ID an.

> 📸 Screenshot 1: Apple Business Startseite mit «Sign In»-Button.

Beim ersten Login fragt Apple Dich, ob Du mit Deiner persönlichen Apple ID weitermachen oder einen «Apple Account for Work» einrichten willst. Für die meisten KMU ist die Antwort: persönliche Apple ID weiternutzen.

Schritt 2 — Standort hinzufügen

Im Dashboard klickst Du auf Add a Location. Apple sucht zunächst, ob es Deinen Standort schon kennt. Tippe Deinen Geschäftsnamen plus Ort ein — z. B. «Salon Müller, Lachen». Wenn Apple Deinen Eintrag findet, wählst Du Claim. Falls nicht, kannst Du den Standort manuell anlegen.

> 📸 Screenshot 2: Apple Business Dashboard mit «Add a Location»-Button hervorgehoben.

Schritt 3 — Verifizierung

Apple verifiziert üblicherweise per Anruf auf Deine hinterlegte Geschäftstelefonnummer. Du bekommst einen automatisierten Anruf mit einem Verifizierungscode, den Du im Dashboard eingibst.

> 📸 Screenshot 3: Verifizierungsdialog mit Eingabefeld für den telefonisch erhaltenen Code.

Alternativ gibt es Domain-Verifikation (TXT-Record auf Deiner Website) für grössere Organisationen — für KMU mit einem Standort ist die Telefonverifikation der schnellste Weg.

Schritt 4 — Place Card ausfüllen

Jetzt kommt der eigentliche Wert. Die «Place Card» ist das, was Kunden auf ihrem iPhone sehen. Fülle aus:

  • Display Name — Dein Geschäftsname, exakt so wie auf Deinem Google Business Profile (NAP-Konsistenz).
  • Categories — Primärkategorie und 1-2 Sekundärkategorien.
  • Address — exakte Adresse, dann den Karten-Pin auf den Eingang ziehen, falls Apple ihn falsch platziert hat.
  • Hours — Öffnungszeiten, inklusive Feiertagsregelungen.
  • Phone, Email, Website — vollständig.
  • Photos — mindestens das Logo plus 2-3 Fotos (Storefront, Innenraum, Team oder Produkt).

> 📸 Screenshot 4: Place Card Editor mit ausgefüllten Feldern, Vorschau rechts.

Schritt 5 — Showcases und Custom Actions

Hier hebt Dich Apple Business von einem Standard-Eintrag ab. Showcases sind kleine Promo-Kacheln auf Deiner Place Card (Aktionen, neue Produkte, Saison-Highlights). Custom Actions sind Knöpfe wie «Termin buchen», «Reservieren», «Bestellen» — Apple meldet, dass diese Action-Links die Klickrate um rund 31 % erhöhen.

> 📸 Screenshot 5: Showcase-Editor mit Beispiel-Eintrag.

Wenn Du ein Buchungssystem hast (Calendly, Bookitit, Salonized), verlinke es hier. Wenn nicht: ein Custom Action «Anrufen» mit Deiner Telefonnummer ist immer ein guter Default.

Schritt 6 — Veröffentlichen

Klicke auf Submit for Review. Apple prüft den Eintrag manuell — das dauert in der Regel 24-72 Stunden, manchmal weniger. Sobald freigegeben, ist Deine Place Card in Apple Maps, Siri, Spotlight und Wallet sichtbar.

Teil 2: Bing Places einrichten (~10 Minuten)

Hinweis: Microsoft hat Bing Places im Oktober 2025 neu gebaut. Die alte URL bingplaces.com wird auf bing.com/forbusiness umgeleitet. Bestehende Listings wurden automatisch migriert.

Der grosse Vorteil bei Bing: Wenn Du ein verifiziertes Google Business Profile hast, dauert das Setup wirklich nur ein paar Minuten — Bing kann Deine Daten von Google importieren und in vielen Fällen sofort verifizieren.

Schritt 1 — Microsoft-Konto

Du brauchst ein Microsoft-Konto. Wenn Du Outlook, Hotmail, oder ein Geschäftskonto in Microsoft 365 hast, kannst Du das nutzen. Sonst kostenlos auf account.microsoft.com erstellen.

Schritt 2 — Bing Places öffnen

Gehe auf bing.com/forbusiness und klicke Get Started. Melde Dich mit Deinem Microsoft-Konto an.

> 📸 Screenshot 6: bing.com/forbusiness Startseite mit «Get Started»-Button.

Schritt 3 — Google-Import (der entscheidende Tipp)

Im neuen Bing-Setup-Flow bekommst Du als erstes die Wahl: Import from Google oder Add manually. Wähle «Import from Google».

> 📸 Screenshot 7: Auswahl-Bildschirm mit «Import from Google» und «Add manually».

Du wirst zu Google weitergeleitet, autorisierst Bing einmalig, und Bing zieht alle Stammdaten automatisch herüber: Name, Adresse, Öffnungszeiten, Telefon, Website, Kategorien, Fotos. In den meisten Fällen verifiziert Bing den Eintrag dadurch automatisch — keine Postkarte, keine Anrufe, keine Wartezeit.

Wichtig: Wenn Dein Google Business Profile nicht sauber gepflegt ist (falsche Telefonnummer, alte Adresse), importiere die Fehler nicht. Räume zuerst Google auf, dann importiere zu Bing.

Schritt 4 — Daten prüfen

Nach dem Import zeigt Dir Bing eine Übersicht der importierten Felder. Geh sie einmal durch:

  • Stimmt die exakte Adresse?
  • Sitzt der Karten-Pin richtig?
  • Sind alle Öffnungszeiten korrekt?
  • Ist die richtige Hauptkategorie ausgewählt?

> 📸 Screenshot 8: Bing-Dashboard mit importierten Daten und Bearbeitungs-Optionen.

Schritt 5 — Empfehlungen abarbeiten

Das neue Bing Places hat ein Recommendation Tool. Es zeigt Dir konkrete Vorschläge, die Deinen Eintrag stärken:

  • Fehlende Felder (z. B. Social-Media-Links).
  • Branchenspezifische Empfehlungen (z. B. «Menü-Link hinzufügen» bei Restaurants).
  • Bilder hochladen, falls weniger als drei vorhanden sind.

> 📸 Screenshot 9: Recommendations-Panel mit konkreten Verbesserungsvorschlägen.

Klick die Empfehlungen einzeln durch. Das ist die einzige Stelle, an der Du noch 5-10 Minuten investieren solltest.

Schritt 6 — Veröffentlichen

Klicke Publish. Im Gegensatz zu Apple gibt es bei Bing keine manuelle Review-Wartezeit nach dem Publish — die Daten sind in der Regel innerhalb weniger Stunden bis maximal zwei Tagen in Bing-Suchergebnissen, Bing Maps und in den AI-Tools, die Bing als Datenquelle nutzen.

Was Du nach 30 Minuten erreicht hast — und was nicht

Was jetzt erledigt ist:

  • Dein Geschäft taucht in Apple Maps und Siri-Antworten auf.
  • Dein Geschäft taucht in Bing Maps, Bing-Suchergebnissen und in den AI-Antworten von ChatGPT, Microsoft Copilot, Perplexity und DuckDuckGo auf.
  • Du hast die Datenkonsistenz (NAP — Name, Adresse, Telefonnummer) über Google, Apple und Bing hergestellt. Das ist das wichtigste Vertrauenssignal in lokalem SEO.

Was Du nicht erledigt hast:

  • Beide Plattformen sammeln im Gegensatz zu Google keine eigenen Bewertungen, die für Dein Ranking entscheidend sind. Dein Bewertungs-Fokus bleibt Google.
  • Du musst Öffnungszeiten und Adresse pflegen, wenn sich etwas ändert. Das ist Drei-Stellen-Arbeit: Google, Apple, Bing — am besten in der gleichen halben Stunde.

Was als Nächstes wirken kann:

Apple Business und Bing Places haben jeweils einfache Insights-Dashboards (Aufrufe, Klicks auf Telefon/Website, Wegbeschreibungen). Schau einmal pro Quartal rein. Du wirst überrascht sein, wie viele Kontakte über diese Kanäle laufen, sobald die Profile mal stehen.

In den nächsten Monaten kommen weitere AI-Search-Optimierungen. Die Basis dafür ist immer dieselbe: ein sauberes, vollständiges, konsistentes Profil über alle drei grossen Plattformen.

Bald als Video-Tutorial

Ich plane, beide Setups als Schritt-für-Schritt-Video aufzunehmen — ein Profil, das ich live anlege, mit allen Klicks und allen Bestätigungs-Mails, die unterwegs auftauchen. Der Schriftpost hier soll Dir den Überblick geben; das Video wird die Punkte zeigen, an denen man tatsächlich kurz hängt. Sobald online, verlinke ich es hier oben.

Du willst lokal sichtbarer werden, weisst aber nicht, wo bei Dir der grösste Hebel liegt? Ich biete ein kostenloses 30-Minuten-Erstgespräch an. Wir schauen uns Deine Sichtbarkeit über Google, Apple und Bing gemeinsam an — Du gehst mit drei konkreten Schritten aus dem Gespräch.

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Remco Livain

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