Was macht ein Teilzeit-Marketingleiter – und wann lohnt er sich für ein KMU?

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Lesezeit: 6 Minuten · Für Inhaberinnen und Inhaber von KMU in der Region March, am Obersee und rund um den Zürichsee

In vielen kleinen und mittleren Unternehmen liegt das Marketing auf dem Schreibtisch der Inhaberin oder des Inhabers. Oder es ist verteilt: Eine Agentur schaltet Google Ads, jemand im Team pflegt Social Media, die Website betreut ein Freelancer. Alle sind beschäftigt – aber niemand führt das Marketing als Ganzes. Es entsteht Aktivität, aber kein roter Faden.

Genau diese Lücke füllt ein Teilzeit-Marketingleiter (international «Fractional CMO»): erfahrene Marketing-Führung, ein bis zwei Tage pro Woche, ohne die Kosten und die Bindung einer Festanstellung. In diesem Beitrag lesen Sie, warum es dieses Modell überhaupt gibt, was ein Teilzeit-Marketingleiter konkret tut, was er kostet – und woran Sie erkennen, ob er sich für Ihr Unternehmen lohnt.

Warum es dieses Modell überhaupt gibt

Die Rolle der Marketingleitung ist in den letzten zehn Jahren regelrecht überladen worden: Marke, Kampagnen, Website, Daten, Tools, Vertriebsunterstützung – alles gleichzeitig. Selbst in Grosskonzernen halten sich Marketingchefs im Schnitt kürzer im Amt als die meisten anderen Mitglieder der Geschäftsleitung. Der Grund ist selten die Person. Es ist der Zuschnitt der Rolle: zu viele Erwartungen, zu wenig Klarheit – und am Ende soll Marketing trotzdem messbar auf den Umsatz einzahlen.

Für ein KMU mit 5 bis 50 Mitarbeitenden kommt ein zweites Problem dazu: Eine Vollzeit-Marketingleitung ist schlicht überdimensioniert. Es gibt genug Führungsarbeit für ein bis zwei Tage pro Woche – aber nicht für fünf. Das Mandatsmodell löst genau dieses Dilemma: Sie kaufen die Erfahrung ein, ohne das Pensum mitzukaufen.

Was ein Teilzeit-Marketingleiter konkret macht

Kurz gesagt: nicht Kampagnen «machen», sondern Marketing steuern. In der Praxis gliedert sich die Arbeit in fünf Bereiche:

  • Diagnose und Strategie: Positionierung schärfen, den Weg vom ersten Kontakt bis zum Auftrag analysieren, klare Prioritäten setzen statt Aktionismus.
  • Umsetzung steuern: Agentur, Freelancer und internes Team auf ein gemeinsames Ziel ausrichten – mit klaren Briefings, Budgets und Terminen.
  • Marketing und Vertrieb verbinden: ein durchgehender Funnel statt zwei getrennte Silos, damit aus Anfragen tatsächlich Aufträge werden.
  • Reporting mit Wirkung: die zwei, drei Kennzahlen definieren, die wirklich zählen – und daraus jeden Monat konkrete Entscheidungen ableiten.
  • Team stärken: Wissen weitergeben, damit Ihre Leute eigenständiger werden und das Mandat sich über die Zeit teilweise selbst überflüssig macht.

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Beratung: Ein Teilzeit-Marketingleiter gibt nicht nur Empfehlungen ab. Er führt die Umsetzung, sitzt in den relevanten Sitzungen und trägt Verantwortung dafür, dass Marketing auf den Umsatz einzahlt – nicht nur auf die Sichtbarkeit.

Agentur, Festanstellung oder Mandat – der ehrliche Vergleich

Eine Agentur setzt um, was man ihr aufträgt. Sie ist stark in der Ausführung – aber sie übernimmt selten die Verantwortung für Ihre Strategie und Ihre Zahlen. Und sie kann nur so gut arbeiten, wie sie geführt wird.

Eine Festanstellung ist teuer und träge: Eine erfahrene Marketingleitung kostet in der Schweiz schnell CHF 120’000 bis 160’000 im Jahr plus Sozialleistungen – und die Suche dauert oft Monate. Für viele KMU steht das in keinem Verhältnis zur Führungsarbeit, die tatsächlich anfällt.

Ein Mandat liegt dazwischen: Führung auf Senior-Niveau, aber nur in dem Umfang, den Ihr Unternehmen gerade braucht. Flexibel, innert Tagen startklar, mit klarer Verantwortung. Den detaillierten Kostenvergleich zwischen Anstellung, Agentur und Mandat finden Sie im Beitrag Was kostet Marketing-Führung auf Mandatsbasis?

Eine Agentur führt aus. Ein Teilzeit-Marketingleiter übernimmt Verantwortung – für die Richtung und für die Zahlen.

Ein Beispiel aus der Region

Stellen Sie sich eine Schreinerei in Lachen mit zwölf Mitarbeitenden vor. Die Website hat vor Jahren ein Bekannter gebaut, eine Agentur schaltet seit einem Jahr Google Ads, und auf Instagram postet die Tochter des Inhabers, wenn sie Zeit hat. Der Betrieb ist ausgelastet – aber vor allem mit kleinen Reparaturaufträgen, während die margenstarken Innenausbau-Projekte über persönliche Empfehlungen kommen. Ob die Werbeausgaben je einen dieser Aufträge gebracht haben, weiss niemand.

Eine Teilzeit-Marketingleitung beginnt hier nicht mit mehr Werbung, sondern mit Klarheit: Welche Aufträge wollen wir mehr? Innert der ersten Wochen wird die Positionierung auf den Innenausbau geschärft, die Anzeigen werden entsprechend umgebaut, das Google Business Profile kommt auf Vordermann (wie das geht, lesen Sie hier) – und im monatlichen Reporting steht neu eine einzige Leitfrage: Wie viele Innenausbau-Anfragen kamen herein, und was wurde daraus? Mehr zur Arbeit mit Betrieben vor Ort finden Sie auf der Seite Marketing-Berater Lachen.

Wann sich ein Teilzeit-Marketingleiter für Ihr KMU lohnt

Typische Signale aus der Praxis:

  • Es ist Umsatz da, aber das Marketing läuft «nebenher» und ohne roten Faden.
  • Sie geben Geld für Agenturen oder Werbung aus, ohne sicher zu sein, ob es wirkt.
  • Sie selbst sind der Engpass: Marketing-Entscheide bleiben liegen, weil Sie im Tagesgeschäft stecken.
  • Sie stehen vor einem Wachstumsschritt, einer Neupositionierung oder einem neuen Markt.

Als Grössenordnung: Das Modell passt gut für inhabergeführte Betriebe ab etwa drei Mitarbeitenden. Wie ein Einstiegsmandat für kleinere Betriebe aussieht, sehen Sie unter Small Business.

Wann (noch) nicht

Ehrlichkeit gehört dazu: Wenn Sie reine Umsetzung brauchen – jemanden, der Beiträge postet oder eine Anzeige schaltet –, reicht ein Freelancer oder eine Agentur, und das ist auch günstiger. Ein Teilzeit-Marketingleiter lohnt sich dann, wenn Führung und Richtung fehlen, nicht nur Hände. Und wenn im Betrieb niemand Zeit hat, überhaupt mit ihm zu arbeiten, löst auch ein Mandat das Problem nicht – dann ist der erste Schritt besser ein kleinerer.

Was das in der Schweiz kostet – und wie schnell es wirkt

Als Orientierung: Eine Teilzeit-Marketingleitung im Mandat beginnt bei rund CHF 3’500 pro Monat; für grössere Organisationen mit eigenem Team und mehreren Kanälen liegt der Rahmen bei CHF 8’000 bis 12’000 pro Monat. Details zu den Stufen finden Sie unter Leistungen. Das ist ein Bruchteil einer Festanstellung – ohne Sozialleistungen, ohne lange Kündigungsfristen, ohne monatelange Suche.

Und der Nutzen zeigt sich schnell: In den ersten vier bis acht Wochen entsteht in der Regel spürbare Bewegung – nicht weil mehr gearbeitet wird, sondern weil zuerst Klarheit und Prioritäten kommen. Was einmal aufgebaut ist – Positionierung, Funnel, Reporting –, bleibt im Unternehmen, auch wenn das Mandat später kleiner wird.

Häufige Fragen

Wie viele Tage pro Woche ist ein Teilzeit-Marketingleiter im Einsatz?

Üblich sind ein bis zwei Tage pro Woche, je nach Phase. Am Anfang eher mehr (Diagnose, Aufbau), später oft weniger – das Pensum lässt sich quartalsweise anpassen.

Funktioniert das auch remote – oder muss die Person vor Ort sein?

Beides. Die Führungsarbeit – Prioritäten, Reporting, Abstimmung mit Agentur und Team – funktioniert gut remote. Für Workshops und Standortbestimmungen bin ich regelmässig vor Ort bei Betrieben in der Region March, am Obersee und rund um den Zürichsee.

Was passiert, wenn es nicht passt?

Ein Mandat hat bewusst kurze Kündigungsfristen – das ist der Sinn des Modells. Sie binden sich nicht auf Jahre, sondern verlängern, solange der Nutzen stimmt. Stimmen aus laufenden und abgeschlossenen Mandaten finden Sie unter Referenzen.

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Remco Livain

Fractional CMO & Vertriebsleiter für KMU in der March SZ und am Zürichsee. 20+ Jahre Erfahrung in Marketing, Vertrieb und Go-to-Market.

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